Montag, 21. Juli 2014

Hoi an und Hue

Ich habe mich letzten Donnerstag mit Linh auf die Weiterreise nach Hoi An gemacht, das sind gute 800km und mit einem 12 Stunden Zwischenstopp in Nha Trang waren wir bis Samstag morgen unterwegs. So haben wir noch ein paar Stunden in Nha Trang am Strand verbracht, eine schöne Kulisse und scheinbar Flitterwochen und Strandpartystadt Vietnams. Etliche Hochhäuser versprühen einen Mallorca Flair ;) Die 12 Stunden haben sich ganz schön gezogen und wir waren noch ein paar Stunden in der Spielhalle bis die Fahrt nach Hoi An weiterging.
Hoi An war für mich bisher die schönste Stadt Vietnams, die gesamte Altstadt ist als Weltkulturerbe ausgezeichnet. Die Stadt liegt an einem Fluss und ist durch kleine Gässchen sehr verwinkelt. Am Abend erstrahlen dann Häuser im französischen Stil gepaart mit Lampions zu einem schönen Farbenspiel. Hoi An ist zudem noch die Hauptstadt der Schneider und man wird alle paar Meter gefragt ob man sich nicht etwas Schneidern lassen will. Wir haben uns das mal angesehen, am Ende wurde es zwar kein Anzug, aber da die Damen damit geworben haben alles von Fotos kopieren zu können wurde es für mich eine Jacke. Wir haben die Tage damit verbracht mit dem Fahrrad durch die Stadt zu fahren und haben uns die vietnamesischen Spezialitäten Hoi Ans schmecken lassen. Von Vorteil sind natürlich Linhs Sprachkenntnisse. Da meine Reiseuhr tickt und sich dem Ende nähert habe ich mich Montag morgen auf den Weg nach Hue gemacht. Die Stadt die ehemals Hauptstadt von Vietnam war, hat mir kaum bis garnicht gefallen. Ich habe mir die Alte Stadt, die Paläste und verschiedene Pagoden angesehen, aber bis auf das obligatorische Foto war ich nicht sehr überzeugt.
Das mag eventuell auch daran liegen, dass ich morgens nach 4 Stunden fahrt mir ein Fahrrad gemietet hatte (eigentlich wollte ich laufen) die Tante vom Fahrradverleih meinte auch, dass es zu Fuß möglich ist, aber Fahrrad natürlich angenehmer sei. Am Ende des Tages hatte ich circa 40km mit einem Fahrrad Marke Kalpperkiste zurückgelegt, natürlich hatte ich auch nicht daran gedacht, dass ich langsam im Norden Vietnams bin und hier auch der ein oder andere Berg zu finden ist.. Die letzten Kilometer habe ich mich auf der Vietnamesischen Autobahn gequält und bin nach circa 6h wieder am Hotel angekommen. Mehr war dann den Abend auch nicht mehr drin.
Jetzt warte ich schon auf meinen nächsten Bus der mich dann weiter in Richtung Norden bringt.
Bis dahin
Cheerio Roland

Donnerstag, 17. Juli 2014

Mui Ne, kurzes Lebenszeichen

Ich bin jetzt seit Samstag im wahrsten Sinne des Wortes in Mui Ne gestrandet. Mui Ne ist ein kleiner Ort an der Küste von Vietnam, recht verschlafen und gerade jetzt in der Low-Season nicht viel los, finde ich aber im Moment so optimal.  Linh hat sich Sonntag auch hier her verirrt und wir haben gemeinsam das WM-Finale gesehen. Da hier kaum etwas los ist haben wir es mit ein paar Franzosen, die Argentinien unterstützt haben angesehen, welch Genugtuung nach Abpfiff ;) Mui Ne ist das Wasser und Windsport Mekka von Vietnam, habe dann auch recht spontan einen Kitekurs gemacht. Eigentlich ist der Kurs auf zwei Tage aufgesplittet, doch da wirklich nichts los ist und der Wind die ersten Tage nicht optimal war, konnte ich den Kurs ohne Aufpreis auf 4 Tage erweitern. Da es auch noch Privatunterricht war, konnte ich gestern schon drei Stunden 'fahren'.
Vorgestern habe ich noch Janos getroffen,  der momentan eine Motorrad-Tour durch Vietnam macht. Janos und sein Motorrad-Buddy Sander haben Linh und mich heute auf ihren schnittigen Honda Wins mit zu den Dünen von Mui Ne genommen. Das war wie eine verkehrte Welt, Wüste mitten in Vietnam. Manche von uns haben sich mehr oder weniger erfolgreich in Salti im Sand versucht ;)
Beim Quad fahren durch die Wüste habe ich natürlich wieder das dreibeinige unter den Pferden erwischt und habe mein Quad eher geschoben als gefahren.. Trotzdem eine Mords Gaudi. Jetzt warten wir auf unseren Bus der weiter Richtung Norden fährt, bisher hat er auch erst 45 Minuten Verspätung,  also vollkommen im Asien Rahmen, mal sehen wann er ankommt.

Freitag, 11. Juli 2014

Ho Chi Minh Stadt

Ich habe mich Mittwoch morgen nach dem grandiosen Deutschland Spiel direkt auf den Weg von Phnom Penh nach Ho Chi Minh Stadt und damit auf ins letzte Land meiner Reise, Vietnam gemacht. Die Busfahrt war dank der guten Straßen angenehm zu ertragen. An der vietnamesisch-kambodschanischen Grenze angekommen, mussten wir alle den Bus verlassen und an der Grenzkontrolle unsere Pässe abgeben. Das Visum für Vietnam muss ja schon im vornherein organisiert werden. Also brav in Reih und Glied aufgestellt und die Prozedur abgewartet. Es wurde einer nach dem anderen aufgerufen. Ein zaghaftes etwas habe ich als meinen Vornamen wahrgenommen (die Asiaten haben ja bekanntlich so ihre Probleme mit dem 'R') ich habe lieber nochmal gewartet. Dann kam aber der Nachname "Müller", auf einmal haben die bis dahin ernst dreinblickenden Grenzleute angefangen zu Feiern und "Müller,  Müller.. Thomas Müller" zu rufen, da dachte ich mir, ok die haben wohl gestern auch Fußball geschaut. In Ho Chi Minh habe ich mir ein Hostel im Backpacker Viertel gesucht und dort meine nächsten Tage geplant.
Ich wollte am nächsten Morgen ins War Remnants Museum,  doch macht scheinbar ganz Saigon von 11-13 Uhr Mittagspause. Also musste ich umplanen und habe mir erst ein paar Sehenswürdigkeiten wie den Reunification Palace, das alte Postamt von Saigon, die Oper und die Saigon-Notre Dame Kirche angesehen. Alles von außen, da wirklich alles zu dieser Zeit geschlossen war. Zum Abschluß bin ich noch auf den Bitexo Tower, dem höchsten Gebäude in Ho Chi Minh und habe die Aussicht auf diese riesen Stadt im 49. Stock genossen.
Dann war der halbe Tag auch schon rum und ich bin doch noch ins War Remnants Museum gekommen. Das ist ein Museum über den Vietnamkrieg (Vor-)geschichte, Ablauf und Auswirkung bis heute. Zum Beispiel vom Agent Orange. Nach dem Cope Center in Vientiane, den Killing Fields und Tuol Sleng Gefängnis in Phnom Penh wieder zum Teil erschreckend, verstörende Erkenntnisse über die Vergangenheit eines asiatischen Landes.. Einige Bilder von von Bomben zerfetzten Körpern, oder durch die Nachwirkungen von dem versprühtem Gift miss gebildete Menschen haben, veranlassen wirklich zum Nachdenken wie eine Nation so etwas zulassen kann.
Heute morgen habe ich eine Tour zu den Cu Chi Tunnel unternommen, ein Tunnelsystem von bis zu 200km mit bis zu drei Ebenen in verschiedenen tiefen, in denen sich die Vietcong im Vietnamkrieg versteckten. Der Führer, hatte selbst im Krieg gekämpft und konnte die Szenerie sehr gut rüber bringen, es gab verschiedenste Fallen zur Abwehr und Eingänge in die Tunnel sehen. Das in dem Gebiet permanent Schüsse zu hören waren, machte das ganze noch realistischer. (Das Lag daran, dass man hier Waffen aus dem Krieg an einem Schießstand abfeuern konnte, was ich persönlich nicht angebracht fand) Zum Abschluss der Führung konnte man noch in das Tunnelsystem hinein, 1x0,6m sind wirklich sehr klein. Zu Zeiten des Krieges waren dort sogar Lazarette untergebracht,  kaum vorstellbar.
Für mich war es das auch schon mit Ho Chi Minh Stadt und ich mache mich morgen auf den Weg Richtung Norden.
Bis dahin.
Grüße an alle, Roland!
Park
Reunification Palace
Notre Damme
Bitexo Tower in Lotus Form
Opera
Extrem schöner Mensch auf dem Bitexo Tower
Geniale Aussicht
Geniale Aussicht 2
Falle
Im Tunnel
Es war wirklich eng
Tunnel Ausgang
Tunnel Ausgang